Hobbys und Interessen im Lebenslauf: Was passt und Beispiele

Mona Minaie
Autor
Erfahre, wann Hobbys und Interessen im Lebenslauf sinnvoll sind, welche Beispiele überzeugen, was du weglassen solltest und wie du den Abschnitt knapp formulierst.
Kurzantwort
Nimm Hobbys und Interessen nur dann in den Lebenslauf auf, wenn sie eine relevante Stärke, Arbeitsweise oder Motivation zeigen. Der Abschnitt hilft besonders bei Berufseinsteigern, Studierenden, Quereinsteigern und Bewerbungen mit wenig Berufserfahrung.
Wenn dein Lebenslauf bereits genug starke Erfahrung, Fähigkeiten und Ergebnisse enthält, kannst du den Abschnitt weglassen.
Wann der Abschnitt sinnvoll ist
Hobbys und Interessen helfen, wenn sie einen Bezug zur Stelle haben.
Gute Gründe:
- Sie zeigen eine passende Fähigkeit.
- Sie machen einen kurzen Lebenslauf aussagekräftiger.
- Sie stützen übertragbare Kompetenzen beim Berufswechsel.
- Sie liefern ein natürliches Gesprächsthema im Interview.
- Sie passen zur Branche oder Unternehmenskultur.
Schwache Gründe:
- Du willst nur Platz füllen.
- Das Hobby ist zu allgemein, zum Beispiel "Musik" oder "Reisen".
- Das Thema ist zu privat, kontrovers oder schwer professionell zu erklären.
- Der Abschnitt verdrängt wichtigere Inhalte.
Hobbys oder Interessen?
Ein Hobby ist meist eine Aktivität. Ein Interesse ist eher ein Thema, mit dem du dich beschäftigst.
Beispiele:
- Hobby: eigene Websites bauen.
- Interesse: Barrierefreiheit im Webdesign.
- Hobby: einen Buchclub organisieren.
- Interesse: Kommunikation und Psychologie am Arbeitsplatz.
Beides kann funktionieren, solange der Bezug zur Stelle klar ist.
So wählst du passende Beispiele aus
Lies zuerst die Stellenanzeige. Achte auf Fähigkeiten, Arbeitsweise und Werte. Wähle dann zwei bis vier ehrliche Hobbys oder Interessen, die diese Punkte unterstützen.
Entscheidungsregel:
- Zeigt die Aktivität eine nützliche Fähigkeit, behalte sie.
- Braucht sie eine lange Erklärung, formuliere sie konkreter oder streiche sie.
- Könnte sie ablenken, lass sie weg.
- Wiederholt sie stärkere Inhalte aus anderen Abschnitten, brauchst du sie nicht.
"Fotografie" ist vage. "Porträtfotografie für lokale Veranstaltungen" zeigt mehr: Planung, visuelles Urteilsvermögen und Kommunikation.
Gute Beispiele
Formuliere konkret statt nur als lose Liste.
- Datenanalyse: Schach, Logikrätsel, private Budget-Dashboards.
- Softwareentwicklung: Open-Source-Beiträge, Home-Automation-Projekte, Coding-Meetups.
- Marketing: Fotografie, Newsletter-Schreiben, Kurzvideo-Schnitt.
- Unterricht: Jugendmentoring, Lesekreise, Sprachenlernen.
- Projektkoordination: Gemeindeveranstaltungen, Einsatzplanung im Ehrenamt, Wandergruppen organisieren.
- Kundenservice: Rhetorikgruppen, Sprachaustausch, lokales Ehrenamt.
Lebenslaufformulierung:
Interessen: Open-Source-Tools für Barrierefreiheit, lokale Coding-Meetups und Automatisierungsprojekte.
Oder:
Hobbys: Veranstaltungsplanung im Ehrenamt, Spanischlernen und Porträtfotografie am Wochenende.
Was du vermeiden solltest
Meide vage oder ablenkende Angaben:
- Fernsehen
- Freunde treffen
- Social Media scrollen
- stark polarisierende Themen, außer sie sind direkt relevant
- riskante Aktivitäten, die Fragen aufwerfen
- übertriebene Angaben, die du nicht belegen kannst
Der Abschnitt soll deine Bewerbung unterstützen, nicht erklären müssen.
Wo der Abschnitt steht
Platziere Hobbys und Interessen unten im Lebenslauf, nach Berufserfahrung, Ausbildung und Fähigkeiten. Eine Zeile oder kurze Liste reicht meistens.
Beispiel:
Interessen: UX-Barrierefreiheit, private Finanz-Dashboards und lokale Data-Meetups.
Für jede Bewerbung anpassen
Nutze den Abschnitt nicht unverändert für jede Stelle. Frage vor dem Absenden:
- Passt die Aktivität zur Rolle oder Branche?
- Zeigt sie eine fachliche Fähigkeit, Soft Skill oder Arbeitsweise?
- Kann ich im Interview gut darüber sprechen?
- Gibt es wichtigere Informationen, die den Platz besser nutzen?
Minova hilft dir, Stellenanzeigen mit deinem Lebenslauf abzugleichen, fehlende Keywords zu erkennen und zu entscheiden, ob optionale Abschnitte deine Bewerbung stärken.


